
Um heute die besten Talente zu finden und zu halten, ist es wichtig, über effektive Recruiting-Trends auf dem Laufenden zu bleiben, insbesondere angesichts des anhaltenden großen Fachkräftemangels.
Allein im Dezember 2021 haben in den USA mehr als 4 Millionen Menschen ihren Job gekündigt, und selbst Unternehmen, die die Herausforderungen einer Pandemie relativ gut überstanden haben, stehen immer noch vor großen Herausforderungen bei der Personalbeschaffung. Und das ist in Deutschland nicht anders!
Wenn Sie zu den Organisationen und Unternehmen hier in Deutschland gehören, die dringend Top-Talente für das Bestehen im Wettbewerb und das weitere Wachstum benötigen, dann ist esdie aktuell wichtigsten Einstellungstrends zu kennen.
1. Fokus auf Softskills
Früher, vielleicht sogar teilweise noch heute, lag der Schwerpunkt im Recruiting auf der fachlichen Kompetenz (den Hardskills) eines Bewerbers. Befragungen von Managern in den TOP 500 Unternehmen haben ergeben, dass mittlerweile die persönlichen Skills (Softskills) immer wichtiger werden.
Hard- und Softskills beschreiben wichtige Fähigkeiten, die eine wertvolle Arbeitskraft ausmachen! Unter Hardskills versteht man das fachliche Wissen über die praktischen Kompetenzen im Umgang mit Computern, Sprachen oder z.B. im Vertrieb. Oder im Marketing. Softskills fassen alle Eigenschaften zusammen, die eine Persönlichkeit ausmachen. Die Softskills gewinnen im Vergleich zu früher immer mehr an Bedeutung. Sie sorgen dafür, dass ein Mitarbeiter Neues schneller erlernt, dass er sich gut in Teams einfügt, schneller auf neue Situationen einstellt und weiß, wie er individuell Probleme löst und neue Wege geht.
Gerade diese Fähigkeiten werden in der heutigen Zeit immer wichtiger, um die sich ständig veränderten Anforderungen an die heutige Arbeitswelt erfolgreich zu bewältigen.
2. Nutzen Sie Agenturen, die über langfristige Beziehungen zu Kandidaten verfügen
Ein weiterer Top-Recruiting-Trend besteht darin, dass Personalabteilungen früher als je Personalberater in den Einstellungs-Prozess mit integrieren.
Dies ist bei der Besetzung hochspezialisierter Positionen oder Führungspositionen seit langem gängige Praxis, doch heutzutage engagieren immer mehr Unternehmen Personalberater bereits für Sachbearbeiter mit Experten Status (Projekt Manager, Produktspezialisten, etc.), selbst für Einstiegspositionen.
Warum? Weil moderne Unternehmen heute die Notwendigkeit verstehen, eine gute Beziehung zu Personalberatern zu nutzen, um frühzeitig potenzielle zukünftige Mitarbeiter kennenzulernen und anzusprechen. Wenn die richtige Stelle frei wird oder der Kandidat für eine neue Stelle bereit ist – oder kurz vor seinem Abschluss steht – möchten Personalberater, dass der Kandidat eine Anstellung bei Ihrem Unternehmen sucht.
Dies ist angesichts des wachsenden Fachkräftemangels ein wichtiger Rekrutierungstrend, den es umzusetzen gilt. Tatsächlich glauben 71 % der CEOs, dass der Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel in diesem Jahr der größte Störfaktor sein wird und dass insbesondere der Mangel an digitalen Kompetenzen Unternehmen bis 2030 mehrere Milliarden Euro kosten wird.
3. Verwenden Sie erweiterte, professionelle Screening-Tools
Personalvermittler müssen nicht nur Bewerbungen sammeln, sondern auch effizient feststellen, wer für die Stelle qualifiziert ist und wer gut zur Unternehmenskultur passt. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Tests und Tools zur Auswahl von Kandidaten heute einer der Top-Recruiting-Trends.
Solche Tools basieren oft auf Fähigkeiten, wie etwa Codierungstests für Entwickler oder Bearbeitungs-, Schreib- oder SEO-Tests für Content-Vermarkter.
Allerdings setzen viele Unternehmen im Rahmen ihrer Screening-Prozesse auch auf Verhaltensdiagnostik oder Persönlichkeitstests. Sie nutzen diese, um festzustellen, ob ein Kandidat über die erforderlichen Soft Skills wie Kommunikation, Zusammenarbeit und Zeitmanagement verfügt, oder um sicherzustellen, dass der Bewerber über die Persönlichkeitsmerkmale verfügt, die für die Unternehmenskultur von zentraler Bedeutung sind.
Eine LinkedIn-Studie ergab, dass es 89 % der „schlechten Mitarbeiter“ an Arbeitsmoral, Motivation und anderen für den Erfolg entscheidenden Soft Skills mangelt.
4. Investieren Sie in Employer-Branding
Unternehmen investieren viel Zeit und Ressourcen in ihre verbraucherorientierte Marke und erkennen, dass ihre Arbeitgebermarke bzw. ihr Arbeitgeber-Branding – ihr Ruf als Unternehmen – genauso wichtig ist.
84 % der Arbeitssuchenden geben an, dass der Ruf eines Arbeitgebers wichtig ist, und 90 % von ihnen würden sich auf eine Stelle bewerben, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das sein Arbeitgeber-Branding aktiv pflegt. Außerdem sparen Sie mit einer starken Arbeitgebermarke tatsächlich Geld.
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt uns, dass Arbeitnehmer ihren Beitrag zu den Unternehmen leisten wollen, die sie wertschätzen, und wenn sie das nicht bekommen, werden sie zu einem Unternehmen wechseln, das dies tut.
Investieren Sie also mit diesen Strategien in Ihr Arbeitgeber-Branding und beziehen Sie alle im Unternehmen mit ein – das ist nicht nur Aufgabe der Personalabteilung.
Das Ziel ist es, die eigenen Mitarbeiter zu Influencern für das eigene Unternehmen zu machen. Wenn Ihre Mitarbeiter über die Business Social Media Plattformen (LinkedIn & Xing) Inhalte teilen, machen sie Ihre Marke auf organische und effektive Weise in Ihren persönlichen Netzwerken von Tag zu Tag bekannter.
5. Verbessern Sie die Candidate Experience
Sie können nicht jeden großartigen Bewerber einstellen, der Ihnen in den Weg kommt, aber wenn Sie ein erstklassiges Bewerbererlebnis bieten, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Person bei einer anderen Gelegenheit erneut bewirbt.
Aus diesem Grund ist die Verbesserung des gesamten Bewerbererlebnisses einer der besten Recruiting-Trends, den man so schnell wie möglich umsetzen kann. Werben Sie um den Kandidaten, wertschätzen Sie ihn, zeigen Sie ihm das Unternehmen, die Kollegen und seinen Arbeitsplatz.
Sie können dies natürlich erreichen, indem Sie in Ihre Arbeitgebermarke investieren, aber es ist auch wichtig, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, wenn ein Arbeitssuchender zum ersten Mal auf Ihre Website gelangt oder anfängt, sich über das Unternehmen und seine Mitarbeitererfahrung zu informieren.
Wenn Sie noch keine Karriereseite oder eine Seite haben, die sich mit dem Leben in der Organisation befasst, ist es jetzt an der Zeit, eine zu erstellen. Neben offenen Stellen, sollte sich die Seite auch mit der Mission und den Werten des Unternehmens befassen. Außerdem sollten Informationen über die Arbeit im Unternehmen und seine Kultur, sowie über die Vergünstigungen und Vorteile für die Mitarbeiter vermittelt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind Mitarbeitergeschichten. Heben Sie Ihre Mitarbeiter hervor, teilen Sie ihre Einstellungsgeschichten, umaus erster Hand zu erfahren, wie es ist, für Sie zu arbeiten.
Werfen Sie neben der Unternehmenswebseite auch einen Blick auf Websites wie Kunuu, um zu sehen, was die Leute über Ihr Unternehmen sagen. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, Bewertungen abzugeben und entwickeln Sie bei Bedarf eine Strategie zur Verbesserung Ihrer Bewertungen.
Kommunikation ist auch für die Erfahrung des Kandidaten von entscheidender Bedeutung. Stellen Sie daher sicher, dass Sie zu jedem Zeitpunkt des Einstellungsprozesses wichtige Informationen und die nächsten Schritte weitergeben, unabhängig davon, ob Sie eine Kompetenzbewertung planen oder die Person darüber informieren, dass sie nicht für die Stelle geeignet ist und laden Sie sie ein, sich erneut zu bewerben.
Wenn die Bewerbererfahrung positiv und kommunikativ ist, werden 64 % der Arbeitssuchenden ihre Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmen ausbauen, was in Form einer erneuten Bewerbung, der Empfehlung anderer Bewerber oder des Kaufs von Produkten erfolgen kann.
Wenn sie jedoch eine negative Erfahrung machen, sagen 43 % der Kandidaten, dass sie die Verbindung zum Unternehmen vollständig abbrechen werden.
6. Nutzen Sie Social Recruiting
Bei 3,6 Milliarden monatlichen Nutzern ist es keine Überraschung, dass soziale Medien ein wichtiger Bestandteil moderner Recruiting-Trends sind.
Hier verbringen Menschen ihre Zeit und sind daher der ideale Ort, um offene Stellen zu bewerben, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und Ihre Arbeitgebermarke zu präsentieren.
Mit den sozialen Medien können Sie die richtigen Kandidaten erreichen, sie einfach gezielt ansprechen und Ihre Unternehmenskultur präsentieren– Letzteres ist besonders effektiv, wenn Ihre Mitarbeiter als Influencer für Ihre Marke agieren , da diese Ihre Botschaft verstärken.
Und wenn Mitarbeiter Stellenausschreibungen und Employer-Branding-Inhalte teilen, spart das Unternehmen tatsächlich Geld, denn anstatt Jobbörsen zu nutzen oder für soziale Anzeigen zu bezahlen, sorgen Ihre Mitarbeiter dafür, dass die richtigen Leute Ihre Einstellungsinhalte sehen.
Resümee
Das Schlüsselthema dieser Recruiting-Trends ist die Initiierung und Ausweitung des Social Media Auftritts der Mitarbeiter.
Das liegt daran, dass Arbeitssuchende großen Wert darauflegen, was aktuelle Arbeitnehmer über ein Unternehmen sagen. Wenn sie sehen, dass Mitarbeiter in den sozialen Medien Stellenangebote posten und Unternehmensinhalte teilen, zeigt ihnen das, dass es sich um einen Arbeitgeber handelt, der seine Mitarbeiter wertschätzt – und dass die Leute genau an diesem Arbeitsplatz arbeiten möchten.
Dabei ist es aber auch sehr wichtig, die eigenen Mitarbeiter zu informieren und zu schulen über die Go‘s und No-Go‘s auf den verschiedenen Social Media Plattformen. Denn das Internet vergisst NIE, auch nicht im Business Bereich.

